Grün, Grün, Grün

Tipp: Bildslider ganz ansehen!

Der Tag beginnt für uns wieder sehr früh – um 7:00 Uhr klingelte bei Anja der Wecker – um 8:00 Uhr sind dann auch die Jungs aufgestanden. In unserem neuen Hotel, dem – The View Hotel – in Honningsvåg haben wir dann zum ersten Mal gefrühstückt. Das Frühstück dort war super lecker, eine große Auswahl an vielen verschiedenen Leckereien hat uns erwartet. Das Highlight: es gab Avocado!
Auch das deutsche Pärchen, welches wir am vorherigen Abend bereits getroffen haben, hat sich beim Frühstück zu uns gesellt. Nach einem netten Gespräch mit diesem haben wir uns frisch gestärkt auf den Weg gemacht.
Der Plan: zunächst nach Honningsvåg zur Touristeninformation fahren, um dort dann nach einer Krabben-Tour zu fragen und anschließend die umliegenden Fischerdörfer um Honningsvåg herum besuchen. Dort gibt es insgesamt 5 Stück. Diese wurden uns vom Rezeptionist in unserem Hotel vorgeschlagen, um den heutigen Tag zu füllen.
In der Touristeninformation angekommen, wurde uns mitgeteilt, dass man uns dort bzgl. unseres Tour-Wunsches nicht weiterhelfen kann. Wir bekamen jedoch den Hinweis mit auf den Weg, beim Veranstalter – Destination 71 Grad Nord – nachzufragen, da dieser entsprechende Touren anbietet. Gesagt, getan. Im Büro des Veranstalters bekamen wir die Info, dass unserem Wunsch vermutlich nicht nachgekommen werden kann, man werde jedoch bei einem Kollegen nachfragen, welcher uns dann nochmals zurückrufen wird. Nach dem netten Gespräch machen wir uns also auf dem Weg zum ersten Fischerdorf: Kamøyvær.
Dort gefiel es uns sehr gut, die kleinen bunten Häuser wurden von der Sonne umhüllt. Ein kleiner Hafen lag idyllisch in mitten des Dorfes und wir haben einen kurzen Blick durch die Fenster der – Gallery east of the sun – geworfen, welche dort von einer deutschen Künstlerin aus Nürnberg betrieben wird. Diese wohnt auch seit einiger Zeit in dem kleinen Ort in Norwegen.
Nachdem Julian und Jonas dort noch den kleinen Leuchtturm inspiziert und einige schöne Fotos geschossen haben, ging unsere Fahrt weiter nach Gjesvær. Dort gab es jedoch außer einer kleinen Kirche, einem noch kleineren Supermarkt, 2 – 3 vereinzelten roten Stelzenhäuschen und einigen Hunde-Tretminen nicht viel zu sehen (anscheinend lassen die Norweger die Hinterlassenschaften ihrer Hunde gern mal einfach am Wegesrand (oder auch direkt vor dem Schneemobil des Sheriffs) liegen.
Weiter führte unsere Route, nach einem kurzen Stopp im Hotel, nach Sarnes. Dort trafen wir uns dann mit dem hiesigen Guide für unsere Krabben-Tour, welche glücklicherweise doch noch möglich war. Den Anruf diesbezüglich haben wir bereits in Kamøyvær direkt vor der Gallery erhalten.
Daraufhin haben wir alles wichtige telefonisch mitgeteilt bekommen, sowie auch die Adresse wurde uns übermittelt, an welcher wir uns um 14:00 Uhr einfanden. Die Parkplatzprobleme am Treffpunkt entsprachen auch hier den norwegischen Verhältnissen. Als die Tour dann, nach Überwindung der Eisbahn – auch Einfahrt genannt, begann, kamen wir einer frisch aus dem Wasser gezogenen Königskrabbe sehr nahe.

Eine nette junge Dame erklärte uns alle wichtigen Fakten über das imposante Tier, wie die folgenden:

  • Wir hatten ein relativ kleines Exemplar eines Männchens
  • Diese können bis zu zwei Meter Spannweite der Füße haben, bei unserem Exemplar waren es schätzungsweise 80 cm
  • Männchen haben triangelförmige Unterseiten
  • Sie haben zwar Augen, können damit aber absolut gar nichts sehen (so wie Jonas mit beschlagener Brille)
  • Sie haben keine anderen natürlichen Feinde, sondern nur sich selbst
  • Dementsprechend verspeisen sie sich auch gegenseitig
  • Es gibt ein gewisses Kontingent wie viele Krabben – bis zum Westen des Nordkaps – gefangen werden dürfen
  • Damit diese sich nicht weiter ausbreiten, darf hinter der Grenze so viel gefangen werden wie möglich, denn sie haben ja keine natürlichen Feinde

Nach der Präsentation und nachdem jeder die Krabbe einmal halten und mit dieser Fotos machen durfte, wurde die Crabbie leider auch schon geschlachtet und von unsererm Guide professionell in Meerwasser zubereitet.

Einen Feueralarm später, stand das Festmahl auch schon auf unserem Tisch bereit und es konnte reingehauen werden. Die Krabbe wurde serviert mit Brot, Aioli-Dip und Zitrone. Das außergewöhnliche Mahl schmeckte verdammt gut!
Nachdem sich die Männer beim Verzehr wacker geschlagen haben, blieb zum Schluss jedoch trotzdem etwas Krabbe übrig, da diese doch sehr umfangreich war. Anja war bei der Mahlzeit keine große Unterstützung. Nach unserer Krabben-Tour haben die Jungs beschlossen, dem Haunted House bzw. einer verlassenen Schule in Sarnes noch einen Besuch abzustatten (auch wenn Anja dies nicht gut hieß). Daher wurde das Auto nochmals geschmeidig umgeparkt und J & J machten sich auf den Weg zum Haus. Anja wartete währenddessen frierend im Auto und beobachtete das Spektakel aus dem Fenster bzw. den Rückspiegeln.
Leider gabs dort drinnen nicht so viel zu erkunden. Es war eben eine verlassene Schule. Der Schnitt und Aufteilung der Zimmer konnte nicht erahnt werden, dafür war es einfach zu chaotisch und die meisten Möbel haben bereits gefehlt. Das Highlight war ein verlassenes Klavier inmitten eines Raums, sowie der Keller, da dieser schön spooky-dunkel war. Einige Schneemassen in der Schule erschwerten den Weg, genauso wie das zentimeterhohe Wasser, welches in vielen Räumen und dem Gang stand.

Nachdem die beiden wieder zurück gekommen sind (Gott sei Dank und hoffentlich ohne Besessenheit) ging es für uns zurück ins Hotel. Dort wurde erstmal eine heiße Schokolade getrunken und sich aufgewärmt. Anschließend haben wir noch einen kleinen Abstecher nach Nordvågen gemacht. Auch von dort gibt es nicht sehr viel zu berichten. Ein flauschiger Hund hat uns dort jedenfalls bei unseren Fortbewegungsversuchen auf der vereisten Straße beobachtet und uns vermutlich innerlich ausgelacht.

Dieser kleine Besuch wurde dann auch schnell wieder beendet und wir haben es uns wieder im Hotel gemütlich gemacht. Dort haben wir noch kurz das Dampfbad und die Sauna besucht um uns danach frisch geduscht auf Nordlichter-Jagd zu begeben.
Wir haben vorher mit dem deutschen Pärchen darüber gesprochen, dass diese am Aurora-Aussichtspunkt auf das Nordlicht warten würden. Wir haben dann ebenfalls beschlossen, diesem Plätzchen einen Besuch abzustatten. Unsere Jagd war auch sehr schnell erfolgreich, da wir auf halbem Weg breitets den Warnblinker setzten und am Straßenrand ein paar Bilder des leuchtenden Spektakels schießen konnten.
Vorerst nur mit dem Handy, denn als Julian seine Kamera zücken wollte, fiel auf, dass er seine SD-Karte im Hotel liegen lassen hat. Voller Zuversicht griff Jonas zu seiner Kamera, was aber im gleichen Schlamassel endete… Zwei Deppen, zwei leere Kameras und alle SD-Karten liegen gemütlich im Hotel.
Also: zurück zum Hotel, meisterlicher Sprint von Jonas ins Zimmer, Speicherkapazitäten eingepackt und dann mit Affenzahn Richtung Nordkap zu dem Aussichtspunkt. An diesem angekommen, konnten wir für einige Stunden die Nordlichter beobachten und super tolle Fotos schießen.
FYI: Die Bilder sind minimal bearbeitet, teilweise haben wir sogar die Farbe Grün entsättigt, dass es nicht zu unnatürlich aussieht. Aber das Spektakel war wirklich phasenweise SEHR Grün!
Der Anblick war wirklich atemberaubend schön. Hier brauchen wir keine weiteren Worte.
Überglücklich und zufrieden, dass wir dieses Wunder vor unserer Abreise gesehen haben, sind wir dann spätabends ins Bett gefallen. 🌃

0 Kommentare