Bordstein-Drift

Tipp: Bildslider am besten immer ganz ansehen!

Bordstein-Drift

Die Glocken schlagen endlich mal wieder Radtour-Urlaub. Wir hatten uns zwei Tage Urlaub über Pfingsten (Do + Fr) genommen und hatten somit, mit dem Montag, fünf Tage frei. Und Pünktlich zum geplanten Radurlaub, zog der Regen und das kalte schlechte Wetter vorrüber und die Sonne kam raus. Die nächsten Tage sollte es sogar bis an die 30°C haben und wir freuten uns riesig auf die kommenden Tage! Der Plan war relativ simpel aber die bisherige Planung hat nicht stattgefunden. Wir wollten Amelies Godi in Österreich (Kremsmünster, bei Linz) besuchen und weil mit dem Auto fahren zu langweilig und unsportlich war, haben wir mit dem Rad eine zweitägige Tour geplant. 🌞

Die Route sollte über fast 300km und 3.500 Hm vorbei am Tegernsee, Simsee, Chiemsee Waginger See, Abtsdorfer See, Grabensee, Obertrumer See, Mattsee, Wallersee, Fuschlsee, Wolfgangsee, Mondsee, Attersee sowie zu guter Letzt am Traunsee führen. Die malerische Strecke brannte uns schon seit Ewigkeiten unter den Nägeln und wir konnten es kaum erwarten am Donnerstag endlich los zu fahren. Am Mittwoch packten wir noch unsere wichtigsten Sachen für die Tour selbst, darunter auch ein kleiner Vorrat an Verbandszeug. Amelie wollte es nicht mitnehmen aber Jonas bestand darauf! Kleidung für die drei Tage Vor-Ort wurden schon vor ein paar Wochen von Amelies Bruder dorthin gebracht und gelagert. Es gab noch ein Festmahl zum Abendessen, da Amelies Mutter Geburtstag hatte und am Donnerstag ging es dann endlich los. 🍕

Jonas hat furchtbar schlecht geschlafen und daher sind wir auch relativ spät erst aufgestanden. Wir machten die Räder noch ready, beseitigten die kleineren Problemchen und endlich - gegen 12:30 Uhr - machten wir uns auf den Weg zu unserer knapp 6 Stunden langen heutigen Route. Wer das jetzt durchrechnet merkt, dass das ein ziemlich ambitioniertes Ziel ist, gerade mit den Höhenmetern die obendrauf kamen. Wir haben noch kein Hotel gebucht, daher war es für uns auch noch garnicht so wichtig wie weit wir es heute wirklich schaffen, auch wenn wir sehr zuversichtlich waren, dass wir die Hälfte der Strecke schafften.

Wir starteten gut, das Wetter spielte mit und wir hatten Rückenwind. Die Kilometer zählten Stück für Stück hoch, auch wenn es sich nicht besonders schnell anfühlte. Die Strecke war durchwachsen. Wir fuhren entweder durch malerische kleine Örtchen bzw. einem schönen Radweg oder mitten auf der Bundesstraße mit hunderten Autos und LKWs. Besonders oft wenn es wieder einen kleinen Anstieg gab, mussten wir uns fast immer an der Straße hochkämpfen und wurden dabei immer wieder fast von den Autos gestriffen. Unsere Getränkevorräte sowie Snacks hielten dennoch eine Weile bis wir irgendwann doch Hunger bekamen. Wir machten also in Au bei Bad Aibling einen Stopp nach etwa 55km und holten uns Getränke im Edeka sowie jeweils zwei Leberkässemmeln beim nahegelegenen Metzger.

Wir hielten alles so kurz wie möglich, denn die Zeit drängte uns! Also schnell wieder zurück auf den Bock und weiter. Wir waren kurz vor Rosenheim und wollten schnell am Chiemsee ankommen! Wir rollten die Straße hinunter Richtung Stadt, wechselten dauernd zwischen Straße und Radweg - was wirklich furchtbar nervig und gefährlich ist - und dann passierte es. Das wovor jeder Radfahrer Angst hatte, vor allem wenn die Frau vor einem Fuhr. Die Autos drängten in unserem Nacken und der Radweg begann. Amelie verpasste die erste Zufahrt und wollte gleich die nächste Chance nutzen, doch da war leider ein Randstein. Für das Rennrad reichte es schon, dass das nicht funktionierte. Es knallte ordentlich, Amelie schlitterte mit knapp 30 Sachen über den Gehsteig und alles ging so schnell, dass man sich kaum daran erinnern kann.

Ein Autofahrer hat sofort angehalten und wollte mit seinem Verbandskasten helfen und fing an im Kofferraum zu kramen. Jonas hatte das wichtigste Zeug glücklicherweise noch dabei. Das Knie komplett offen und weggeschliffen, das Schienbein offen, der Ellenbogen blutet und alles voller Dreck, weil Amelie bis in den Zaun bzw. die Hecke gerutscht ist. Jonas riss seine Fahrradtasche von seinem Rad und leerte alles aus, bis er zum Verbandszeug kam. Der Autofahrer hat inzwischen aufgegeben und uns gesagt, dass er ihn nicht findet und wohl doch keinen dabei hat. Wir sagte ihm, dass er weiterfahren sollte, wir haben das nötigste dabei. Jonas machte den Weg frei, brachte Amelie nebenan um die Ecke und begann sofort alle offenen Wunden zu versorgen. In der Zwischenzeit kam noch eine super nette Frau, die den Sturz gesehen hatte und kam sofort mit einem Verbandskasten angerannt. Zu zweit konnten wir alles soweit verarzten, die Blutungen stillen und Amelie trösten.

Hinzu kommt natürlich auch der finanzielle Schaden am Rad - welches heute praktisch seine erste Ausfahrt hatte. Dadurch, dass praktisch alles aus Carbon ist, sind die Aussichten bei einem solchen Sturz meistens Totalschaden. Auf den ersten Blick sah es aber in Ordnung aus. Auf jeden Fall ist der Lenker hinüber, der Schalthebel kaputt und die Schaltung hängt komplett auf halb 8. Weiterfahren also unmöglich - mal abgesehen davon, dass Amelie genauso ein Wrack ist wie das Rad.

Die Frau verabschiedete sich, da sie zu einem Termin musste. Sie meinte, dass sie danach aber nochmal vorbei schauen wollte aber wir waren nach all der Unterstützung schon mehr als dankbar! Während Amelie noch den Schock verarbeitet, versuchte Jonas den weiteren Plan zu schmieden. Mutti anrufen? Geht nicht - kein Radträger und Räder passen nicht ins Auto. Außerdem wäre sie mehr als geschockt und würde sich nur Sorgen machen. Weiterfahren? Natürlich keine Option! Absolut unmöglich. Krankenwagen? Wollte Amelie nicht. Jonas radelt zurück und holt das Auto? Wäre eine Option, würde aber mindestens 3 Stunden Radeln und eine Stunde Autofahrt bedeuten. Und, dass Amelie demnach 4 Stunden im nirgendwo warten musste. Zumal sie mit dem Bein nirgends hinkommen würde. Hotel? Ist laut Google nur ein paar Minuten (20 Min Fahrrad, 4 Min Rad) entfernt. Dort wäre direkt ein Kaufland vor der Tür also könnten wir die Nacht überstehen. In der Zwischenzeit hat Jonas Amelie und das ganze Zeug im Schatten auf einer Treppe deponiert, dass wir dort den Plan finalisieren konnten. Wir beschlossen letztendlich tatsächlich das Hotel hier um die Ecke zu buchen und haben das sogleich gemacht. Jonas wird morgen früh dann zurück nach Hause radeln und das Auto holen.

Jonas prüfte noch Amelies Fahrrad ob es noch rollfähig ist. Der Schaltgriff war defekt und funktionierte nichtmehr und da das Schaltwerk in den Speichen sowie in der Kassette hing, musste er das irgendwie davon befreien und freibiegen. Nachdem das geschafft war, konnten wir unser Zeug soweit zusammenpacken, dass wir den Berg noch etwas weiter hinunter zum Hotel rollen konnten. Ab da wo der Schwung nicht mehr reichte, schob Jonas Amelie. Wir machten einen kurzen Halt am nächsten Kreisverkehr, prüften die Route und waren endlich im Hotel angekommen. Wir checkten sofort ein und Amelie humpelte in den ersten Stock. Jonas brachte die Räder und das Gepäck nach oben und wir konnten uns in unserem riesigen Zimmer breit machen! Ein wirklich schönes Zimmer in einem mittelalterlichen mediterranen Baustil was sich sehen lassen konnte. Wir waren den Umständen entsprechend mehr als glücklich über das Zimmer!

Wir hatten beide dringend eine Dusche nötig und haben das sogleich in der Whirlpool-Badewanne gemacht. Nachdem wir frisch waren, entschieden wir uns noch beim Kaufland einen kurzen Abstecher zu machen. Dort holten wir uns nur ein paar Getränke und machten uns wieder (langsam) auf dem Weg ins Hotel. Dort legten wir unsere gekauften Sachen ab und gingen gleich weiter ins Restaurant. Wir mussten nicht weit dorthin, denn es befand sich im gleichen Gebäude. Das Restaurant vom San Gabriele war genauso schön eingerichtet wie das Hotel selbst und sogar die Bedienungen waren Mittelalterlich gekleidet. Für Amelie gabs Spargel mit Steak und etwas Gemüse und Jonas gönnte sich eine Lasagne. Dazu einen Martini und Aperol Spritz. Weil die Lasagne so verbrannt war, gabs noch eine Nachspeise aufs Haus, die richtig gut war! Wir haben das Essen kurz gehalten und waren beiden total müde und erschöft, deswegen sind wir schnell wieder ins Hotelzimmer gegangen.

Für die Nacht haben wir Amelies Bein nochmal sauber verarztet und sind dann gleich eingeschlafen - denn für Jonas startete morgen ja wieder eine anstrengende Tour.

Für die Nacht haben wir Amelies Bein nochmal sauber verarztet und sind dann gleich eingeschlafen - denn für Jonas startete morgen ja wieder eine anstrengende Tour.

Reverse

Wir wachten auf, prüften die Uhrzeit und dachten uns nur - Wieso hat der Wecker nicht um 06:30 Uhr geklingelt? Ja… Amelie hatte in zwar von der Uhrzeit her gestellt aber nicht aktiviert. Also sind wir mit knapp einer Stunde Verspätung erst aufgestanden und sofort zum Frühstücksbuffet weiter. 🥐🧇🥞

Jonas haute sich den Magen voll genug, dass er die Tour zurück schnellstmöglich hinter sich bringen konnte. Die Flaschen wurden im Zimmer noch ordentlich voll gemacht, die essentiellen Gels und Snacks eingepackt und dann ging die Fahrt auch schon los. Der Hinweg, der immer so schön Bergab ging, musste jetzt wieder zurück nach oben gestrampelt werden. Das ganze gepaart mit der Hitze die schon langsam zu Brennen begann und dem zeitlichen Druck war eine Herausforderung. Jonas wollte so schnell wie möglich Zuhause ankommen doch es ging einfach nicht schneller. Zwischendurch hatte er noch mit etwas Wassermangel zu kämpfen, den er jedoch an einem Pferdehof auffüllen konnte. Etwas unter drei Stunden brauchte er letztendlich, zumindest 15 Minuten schneller als Komoot es berechnet hatte. Es war 12 Uhr und allerhöchste Zeit mit dem Auto los zu fahren.

Er packte alles was auf der Liste stand - vor allem Verbandsmaterialien - und entschied sich dazu ohne Radträger los zu fahren. In erster Linie, weil er jetzt eh keine Lust mehr auf radeln hatte und lieber laufen gehen würde. Also gings los mit dem Auto und dank des fürchterlichen Feierabend Verkehrs am Freitag und weil jeder Depp bei schönem Wetter in die Berge fahren musste, brauchte er fast zwei Stunden, statt eigentlich einer nach Rosenheim. Sehnsüchtig erwartete Amelie ihn dort. Wir luden sofort das Rad an und fuhren mit dem Auto auf den Kaufland Parkplatz. Dort gabs noch fix einen Döner und dann machten wir uns schon auf die Weiterreise.

Auf dem Weg nach Kremsmünster fuhren wir direkt am Chiemsee vorbei und wollten daher noch beim Cube Store vorbei fahren um mal eine Erstabschätzung für den Sturz vom Fachmann zu erhalten. Die Infos waren zum einen ernüchternd aber auch erfreuend. Der Schalthebel, Lenker, Schaltauge und vermutlich auch die Schaltung müssen auf jeden Fall neu. Der Rahmen sieht auf den ersten Blick noch gut aus, könnte aber - da Carbon - trotzdem ein Totalschaden sein. Aber da es ein Leasingbike ist wurde uns geraten erstmal mit denen in Verbindung zu treten, damit wir den Schaden dort melden konnten. Das war dann die Aufgabe von Amelie für die restliche Fahrt. Und erfreulicherweise ist ein Sturzschaden tatsächlich in der Versicherung mit enthalten! Also Schaden gemeldet, Fotos hochgeladen und nun abwarten.

Die weitere Strecke über die Autobahn führte uns durch wunderschöne Natur, mit Blick auf die Berge und ein paar der geplanten Seen. Zwar etwas langweilig mit dem Auto aber trotzdem wunderschön. Endlich angekommen in Kremsmünster machten wir noch fix einen Abstecher in den Spar, damit wir etwas zum Frühstücken hatten. Zur Feier des Tages sind wir dann endlich gegen 18:30 Uhr bei Godi angekommen. Dort gabs dann erstmal Abendessen, also Jausen, für uns.

Wir haben den Abend gemütlich und ruhig mit viel plaudern verbracht und sind dann wieder sehr früh schlafen gegangen. Die beiden Mädels verarzteten noch beide gleichzeitig ihre Beine und dann gings ins Bett. Jonas, total erschöpft von der Radtour unter Druck und Amelie, total erschöpft von den ganzen Wundheilung.

Godi's Lifestyle

Am nächsten Morgen haben die Sonnenstrahlen schon früh in das Fenster hineingeschienen und wir sind deswegen schon um 8:30 Uhr aufgestanden. Wie schon immer bei Godi gab es zum Frühstück Kaffee mit viel Zucker, Brot mit Marillen-Marmelade und ein Brot mit Honig. Jonas ist noch neu in der Familie und hat sich an diese Gegebenheit noch nicht gewöhnt. Deswegen gab’s für ihn zusätzlich auch noch Käsewurst zum Frühstück. Interessant zu wissen ist, dass die Marillen-Marmelade dieses Jahr anders schmeckt als die letzten 30 Jahre zuvor, angeblich weil die Marillen vom letzten Jahr nicht aus Kremsmünster waren.

Nun war es an der Zeit, um Amelies allerliebste Suppeneinlage zu machen. Um Reibteig herzustellen, braucht man eine bestimmte Maschine. Die gibt es nur bei Godi, also wird dafür gesorgt, dass immer Nachschub produziert wird, wenn es wieder Österreich-Urlaub gibt. Reibteig besteht eigentlich nur aus Mehl und Ei und dieser Teig wird durch eine Reibe gedrückt, sodass so kleine Bobbel, ähnlich wie Mini-Spätzle, entstehen. Wenn diese Bobbel getrocknet sind, kann man sie anschließend in die Suppe einkochen, mit Knoblauch und Zwiebel verfeinern und schon gibt es die beste österreichische Suppe der Welt.

Der Teig war fertig und wurde zum Trocknen gelegt und so konnten wir die Küche sauber machen und abspülen. Da der Teig ganze drei Tage trocknen muss, blieb er einfach über die Zeit am Küchentisch auf einem Geschirrtuch liegen, wurde hin und wieder gewendet und konnte einfach durchtrocknen, bevor er im Glas verpackt wurde. 🕛

Dann stand, wie immer wenn man bei Godi war, erst mal der Einkauf auf dem Tagesplan. Der erste Halt in unserer Einkaufstour war der Hüthmayer in Kremsmünster, die einzige und beliebteste Fleischbank (Metzger). In der urigen Fleischbank haben wir alles gekauft, was das Herz begehrt: Käsewurst, Leberkäs, Salami, Faschuerts und Extrawurst. Leider mussten wir feststellen, dass es in Österreich gar keine Gelbwurst gibt. Zuerst dachten wir uns, die Verkäuferin versteht uns einfach nicht, aber Gelbwurst wird grundsätzlich nicht in Österreich verkauft. 🍖

Nach dem Großeinkauf in der Metzgerei sind wir weitergefahren zum Spar, um noch restliche Sachen zu holen, wie Käse, Milch, Wasser und Chips. Als wir wieder zu Hause angekommen sind, stand das Essen bestimmt schon eine Stunde auf dem Herd. Godi kochte schon immer in aller Ruhe, weil Godi so viel Zeit hat, dass eigentlich das Mittagessen schon um 11:00 Uhr fertig sein könnte. Heute sollte es Hähnchengulasch geben mit Spiralnudeln. Als wir also wieder ankamen, wollten wir eigentlich beim Kochen helfen, aber es war schon so gut wie alles fertig. Somit mussten wir nur noch geduldig abwarten, bis es Punkt 12:00 Uhr Mittag geschlagen hat und das Essen serviert wurde. 🍗

Während Godi und Jonas das gesamte Hühnchen verputzten und abknabberten, hat Amelie sich nur die Premiumfilets rausgeschnitten. So wie Amelie isst, blieb daher nicht viel Fleisch übrig und das Mittagessen bestand hauptsächlich aus Nudeln mit Soße. Was natürlich beim Mittagessen auch nicht fehlen durfte, war der Gespritzte (Weinschorle). Besonders an so heißen Tagen wie diesen, schmeckt dieser besonders lecker. 🍷

Nach dem Mittagessen haben wir noch kurz geratscht und dann wurde die Küche schon wieder aufgeräumt. Dann kam Godis Lieblingsspruch wie nach jeder Mahlzeit: „Song ma, es war nix.“ Um das leckere Mittagessen zu verdauen, ging es erst mal zur Augenpflege. Das Wort Augenpflege hat früher Onki schon ins Leben gerufen, weil er immer sagte, er schläft nicht, sondern ruht nur seine Augen aus. Also war es Zeit für Augenpflege. Schließlich mussten wir uns auch gut erholen, weil nach dem ersten Mittagessen schon das nächste Essen auf dem Tagesplan stand und zwar Kaffee und Kuchen. Im Endeffekt dreht sich bei Godi alles nur ums Essen: Frühstück, Mittagessen, Kaffee und Kuchen und Jausen. 🍞

Nach der erholsamen Augenpflege haben wir Godi in der Garage angetroffen, wo sie schon ungeduldig wartete, bis der nächste Tagespunkt abgehakt werden konnte. Bevor es aber zu Kaffee und Kuchen kam, haben wir beschlossen, noch Erika zu besuchen, Amelies Taufpatin. Wir gingen also auf die andere Straßenseite in das Nachbarhaus und Jonas wurde dem erweiterten Teil der Familie vorgestellt. Nach einem kurzen Ratscher und einem Glas Wasser dort ging es allerdings wieder zurück zu Godi. 🏠

Da sie es kaum erwarten konnte, hatte sie bereits Kaffee aufgestellt und wir mussten uns nur noch um die Kuchen kümmern. Zu Kaffee und Kuchen kam noch weiterer Besuch und zwar Martin-Anni, fast genauso alt wie Godi, allerdings ungefähr nur noch 1,10 Meter groß. Godi und Martin-Anni sind quasi beste Freundinnen und mit Abstand die ältesten hier weit und breit. Anni brachte wie immer auch leckeren Kuchen mit und so naschten wir vor uns hin. 🍰

Währenddessen hat Amelie ihr Bein geschont und das auch auf dem Stuhl abgelegt. Um die Schwellung ein bisschen zu kühlen, hat sie sich aus dem Gefrierfach Erbsen geholt und auf dem Knie platziert. 🫛

Nun war es Zeit, sich um weitere Familienmitglieder zu kümmern. Also sind wir zum Friedhof gefahren und haben alle Gräber mit Wasser versorgt und schöne Blumen für Onki hinterlassen. 🪦

Anschließend sind wir noch zum Lieblingsort von Amelie in Kremsmünster gefahren und zwar zum höchsten Punkt von Kremsmünster, „Baum mitten in der Welt“. Hier gab es einen kleinen Aussichtspunkt mit ein paar Stufen, wo man das gesamte Bergpanorama von Wien bis nach Innsbruck bestaunen konnte. Auch interessant an diesem Aussichtspunkt ist, was aus dem alten Gasthof geworden ist. Früher war dort ein richtig gutes Restaurant, wo wir schon viele Familienfeste gefeiert haben. Mittlerweile steht dort ein asiatisches Puff. Hier kann man als Fremder kommen und als Freund gehen. 👩🏽‍❤️‍💋‍🧑

Wir haben den schönen Ausblick noch eine Zeit lang genossen und machten uns anschließend wieder auf den Heimweg. Schließlich stand schon wieder der nächste Tagesordnungspunkt auf dem Plan: Es war Zeit für Jausen. Endlich gab es mal wieder was zu essen. Brotzeit mit leckerer Wurst vom Hüthmayer, leckerem Käse, frischem Bauernbrot und ein paar Gespritzten. 🍷🥪🥚

Nach dem Abendessen haben wir den Tag bei einer spannenden Krimisendung im ZDF gemeinsam mit Godi ausklingen lassen. Währenddessen hat Jonas noch ein bisschen Blog weitergeschrieben und Amelie hat mühevoll die ganzen Verbandsachen sortiert. Völlig erledigt sind wir diesmal auch sehr früh ins Bett gegangen. 📺

 Sonntag

 

Der frühe Vogel fängt den Wurm, besser gesagt Jonas. Er hat sich nämlich extra einen Wecker gestellt, damit er in den frühen Morgenstunden schon zum Laufen gehen kann. Während Amelie noch im Bett schlummerte, hat Jonas schon 6 Kilometer zurückgelegt. Amelie wäre am liebsten mit zum Laufen gegangen, aber mit ihren vielen Verletzungen konnte sie nicht mal normal gehen. 🏃‍♂️

Als Jonas wieder zurückgekommen ist, sprang er kurz unter die Dusche und dann gab es gemeinsam Frühstück. Obwohl es erst früh morgens war, war es schon so heiß draußen, als hätten wir bereits Hochsommer. Wie immer gab es das berühmte Marmeladenbrot und ein Honigbrot. Amelie hat Jonas in eine weitere typische Gewohnheit eingeweiht und zwar die Kronen Zeitung. Das Wichtigste in dieser Zeitung war es, das Horoskop zu lesen und das Bilderrätsel zu lösen. 🍯📰

Im Horoskop für den Steinbock haben wir wieder etwas sehr Interessantes gelernt und zwar sollte Amelie keine Diät machen, weil es den Körper momentan nur unnötig schwächt. Außerdem wurde prophezeit, dass Amelie ein Liebesgeständnis erhalten würde. Laut dem Horoskop gab es auch einen super Schlankheitstipp für Jonas, den er unbedingt befolgen sollte. Gut, dass wir bald von Godi wieder heimfahren, denn mit Schlankheitstipps konnte er dort mit Sicherheit nichts anfangen. 🍎

Nachdem das Frühstück und das Zeitunglesen beendet waren, sind wir im Keller gewesen und haben dort ein bisschen gechillt, mit Godi geratscht und Blog geschrieben. Circa gegen 11:00 Uhr sind wir dann wieder zurück in die Küche, um das Mittagessen vorzubereiten. Heute haben wir den Spieß mal umgedreht und für Godi gekocht. Jonas hat Fleischpflanzerl mit Kartoffelsalat vorgeschlagen. Also haben wir erst mal gefühlt zehn Kilo Zwiebeln geschnitten und ganz viele Kartoffeln geschält. Daraus wurden Salat, Kartoffelbrei mit Erbsen, Kartoffelsalat und Fleischpflanzerl gemacht. 🥔

Kartoffelbrei mit Erbsen war eigentlich gar nicht geplant. Da Amelie die Erbsen am Vortag schon für ihr Knie auftauen lassen hatte, mussten wir diese auch noch verwerten. Mit ein paar Minuten Verspätung stand um 12:04 Uhr das Essen auf dem Tisch. Das Gute daran war, dass Godi fest davon überzeugt war, dass Jonas alleine für uns gekocht hat. Ihr hat es sehr gut geschmeckt und sie hat ihn immer wieder gelobt. Besonders stolz war Godi darauf, dass er einwandfrei kochen kann und vor allem dann auch noch die Küche hinterher aufräumte. Das war sie aus ihrem Leben bisher nicht gewohnt. Somit konnte sich Jonas gleich einen richtig guten Eindruck bei ihr verschaffen.

Heute haben wir beschlossen, nach dem Mittagessen keine Augenpflege zu machen, sondern die Zeit zu nutzen und ins Kremsmünsterer Freibad zu gehen. Wir haben direkt die Badetasche gepackt und sind in das Bad gefahren. Nachdem wir uns zwei Tageskarten gekauft haben, konnten wir uns gleich einen schattigen Platz auf der Wiese suchen. Für Amelie war es leider unbequem und viel zu heiß, weil sie nicht ins Wasser gehen konnte. Aber der fleißige Jonas konnte für den Triathlon trainieren und ein paar Kilometer schwimmen. Nach 30 Bahnen kam Jonas zurück mit einer neuen Kraultechnik und war super stolz, dass er das so gut geschafft hat. 🏊‍♂️

Dann war es an der Zeit, auch für Amelie eine Erfrischung zu besorgen. Also ging’s ins Restaurant. Im Asia-Imbiss bestellten wir einen Eiskaffee, eine Mangoschorle und ein Bier, während wir uns dort auf die Terrasse setzten, den Kindern beim plantschen zuschauten und die kühlen Getränke genossen. 🍦☕

Anschließend sind wir wieder zum Platz zurück und haben uns noch eine halbe Stunde ausgeruht und geschlummert. Dann war es schon wieder an der Zeit, Sachen zu packen und zu gehen, weil Godi zu Hause auf uns gewartet hat.

Eigentlich war der Plan noch, Martin-Anni zu besuchen. Also haben wir Godi eingepackt und sind zusammen mit ihr vormarschiert. Aber leider war Anni gar nicht zu Hause, also sind wir nach einem kurzen Spaziergang wieder zurück nach Hause und haben uns wieder in die Garage gesetzt. 🚶

Dann hatte Godi eine tolle Idee: endlich mal wieder alte Fotos anschauen. Godi hat über die Zeit sämtliche Fotoalben gesammelt mit Bildern aus ihrer Kindheit, unserer Kindheit und der gesamten Familie. Wir durchstöberten Album für Album und durften uns sogar einige Bilder aussuchen und mit nach Hause nehmen. 📷🖼️

Beim Fotos anschauen ist so viel Zeit vergangen und Godi hat einige Geschichten erzählt, sodass wir eine kurze Pause für das Abendmahl eingelegt haben. Nach der Jause und ein paar Gespritzten ging es wieder nach draußen auf die Hausbank und wir schauten die restlichen Alben noch durch. Amelie hat dabei versucht, Jonas die ganze Familie zu erklären, was eigentlich auch ganz gut funktioniert hat. Bis zum nächsten Mal konnte er sich bloß bestimmt nicht mehr daran erinnern, wer wer war.

Wir saßen relativ lange noch draußen, bis es schon etwas kühler wurde und so beschlossen wir, auf die Couch umzuziehen. Dort haben wir noch ein bisschen ferngeschaut und um 21:00 Uhr sind wir auch schon wieder ins Bett. 📺

Montag

Wir haben beide circa 10 Stunden geschlafen und waren am nächsten Tag richtig erholt. In der Früh nach dem Frühstück haben wir die ersten Sachen zusammengepackt und Amelie wollte Jonas noch das Stift zeigen, das wichtigste Wahrzeichen Kremsmünsters. Also sind wir hochgefahren und überall einmal entlangspaziert. ⛪

Das Stift Kremsmünster ist eine riesengroße Anlage mit vielen Sehenswürdigkeiten und verschiedenen Abteilen. Von Kellerei über Stiftskirche, Museum, Gärtnerei, Feigenhaus, Schule, Spielplatz, Hofgarten bis zum Fischkalter gab es sämtliche Sachen zu sehen. 👨‍🌾🪏🐟🐠

Nach fast eineinhalb Stunden sind wir wieder zurück zum Auto und nach Hause gefahren, um Godi einzusammeln für das Mittagessen. Heute haben wir beschlossen, nicht zu kochen, sondern nach Schickelberg zu fahren, ein riesengroßes Landhotel außerhalb von Kremsmünster. Wie immer am Abreisetag von Godi gab es ein gemeinsames Mittagessen im Restaurant. Godi und Amelie haben sich Berner-würstel mit Pommes bestellt und Jonas ein Putencordonbleu. Das Essen war sogar relativ lecker, nur der Service war nicht so schön. Es war relativ laut im Restaurant und wir konnten uns mit Godi kaum unterhalten. Also haben wir nach dem Essen direkt gezahlt und sind nach Hause gefahren. 🥗

Zu Hause angekommen wurden alle Sachen in das Auto eingeladen und wir mussten uns jetzt auch schon verabschieden. Bei Godi flossen wie immer die Tränen, weil sie die Zeit, wenn jemand bei ihr ist, immer sehr genießt. Also ging es auch schon auf den Heimweg. 😔

Bis zum nächsten mal Godi 🥰

0 Kommentare

Kommentar Schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert