Traumwelt im Wasser

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Es war mal wieder an der Zeit, auf eine neue Reise zu gehen. Diesmal war allerdings nur ein Kurztrip nach Rust geplant.

Noch etwas erschöpft von der wilden Maiwanderung in Regensburg haben wir ganz entspannt am Montagmorgen den Koffer gepackt. Das war zum Glück schnell erledigt, weil die Packliste recht kurz war. Ein paar bequeme Sachen, Badesachen und ein normales Outfit, das war’s eigentlich schon. 👓

Der Grund für den Kurztrip war das Weihnachtsgeschenk für Jonas. Als Belohnung für sein tapferes Durchhalten im Tanzkurs mit Amelie ging es zu einer Comedyshow. Also fuhren wir gegen Mittag los Richtung Rust.

Die Fahrt war recht entspannt, da kaum Verkehr war und die Strecke ohnehin nicht allzu weit. Trotzdem brauchten wir auf halber Strecke eine kurze Pause zur Stärkung. Und was sollte man auf einer Urlaubsreise an der Autobahn auch sonst essen außer McDonald’s? 🍔

Das Spannende an diesem Halt war allerdings nicht das Essen, sondern eine neue Bekanntschaft. Ein Tramper mit großem Rucksack, barfuß aber erstaunlich kultiviert, sprach uns an und fragte, ob wir ihn bis nach Karlsruhe mitnehmen könnten. Beide etwas verunsichert studierten wir erstmal Google Maps, um zu sehen, ob das überhaupt auf unserem Weg lag. Und tatsächlich führte unsere Strecke genau dort vorbei.

Wir wussten trotzdem nicht so recht, ob das eine gute Entscheidung wäre. Also sagten wir ihm, dass wir erst einmal Pause machen und essen würden und ihm danach Bescheid geben. Nach kurzer Beratung beim Essen beschlossen wir schließlich, eine gute Tat zu vollbringen und ihn mitzunehmen. Wir hatten beide noch nie einen Tramper mitgenommen, daher war uns nicht ganz wohl bei der Sache. Aber der Anhalter machte einen sympathischen und gepflegten Eindruck und die Strecke ging nur ungefähr eine Stunde. Also beschlossen wir, why not? 🥾

Nach dem Essen gingen wir wieder raus und wollten mit ihm sprechen. Aber da schau einer hin, jemand anderes war schneller gewesen und der Tramper bereits verschwunden. Sollte wohl doch nicht sein. Und irgendwie waren wir dann auch erleichtert, dass wir ohne mulmiges Gefühl weiterfahren konnten.

Nach ungefähr vier Stunden war unser Ziel endlich in Sicht und wir kamen in Rust an. Wir checkten erstmal im Hotel ein und packten unsere sieben Sachen aus. Bis zum reservierten Abendessen hatten wir noch etwas Zeit, deshalb entspannten wir uns erstmal kurz im Bett. 🛏️

Jonas wollte unbedingt wissen, wohin es zum Essen gehen würde, aber die Überraschung sollte natürlich noch bestehen bleiben. Also handelten wir einen Deal aus. Er durfte Restaurants nennen und ich sagte jeweils nur Ja oder Nein. Für jedes falsche Restaurant wurden allerdings zehn Minuten Massage an Amelie fällig. Somit durchstöberte er Google Maps und versuchte strategisch herauszufinden, wohin es gehen würde. Ein paar Tipps hatte Amelie zwar verraten, trotzdem lag er mit den ersten Vermutungen komplett daneben. 30 Minuten Massage standen somit schon fest, bis er endlich darauf kam. Heute ging es ins The Grill. 🥩

Dort gab es sämtliche Steak und Fleischgerichte auf der Karte, also genau Jonas’ Ding, dachte sich Amelie. Nach einer kurzen Erfrischung machten wir uns auf den Weg. Etwa 15 Minuten zu Fuß später waren wir auch schon da.

Da es hier schließlich um Jonas Weihnachtsgeschenk ging, ließen wir es ordentlich krachen. Eine Flasche Prosecco, Beef Ribs für zwei, Cocktails und eine Triple Nachspeise. Definitiv die teuerste Restaurantrechnung, die Amelie jemals für zwei Personen bezahlt hat, aber alles hat wirklich Sau gut geschmeckt und das Geld war es absolut wert. Und überhaupt, was kostet die Welt? 🤑

Vollgegessen und leicht beschwipst ging es anschließend zurück ins Hotel und direkt ins Bett. Der nächste Tag war schließlich vollgepackt mit Action und Erlebnissen, also mussten wir gut schlafen und uns ausruhen.

Der Wecker klingelte am nächsten Morgen um 8:30 Uhr. Kurz frisch gemacht, die Tasche gepackt und schon ging es zum Frühstück im Hotel. Die Auswahl war riesig, zwar eher einfach gehalten, aber dafür richtig lecker.

Um 10 Uhr standen wir schließlich vor dem Rulantica. Schon draußen auf dem Parkplatz waren wir begeistert, weil einfach alles wie eine eigene Welt wirkte, voller Details und kleiner Besonderheiten. Nichts dort scheint dem Zufall überlassen zu sein und trotzdem hat man das Gefühl, auf einem komplett anderen Planeten gelandet zu sein.

Die Häuser sehen ein bisschen aus wie in Holland, gemischt mit einem Hauch Harry Potter. Es gibt kleine Seen mit Enten und Brunnen, hübsche Brücken und überall entdeckt man Figuren und Wahrzeichen wie Snorri aus dem Rulantica Universum. 🌌

Beim Einlass gab es zunächst einen kleinen Struggle, weil wir nicht wussten, wie man die Gutscheine richtig einlösen muss. Aber ein hilfsbereiter Servicemitarbeiter regelte das Ganze und zehn Minuten später standen wir bereits in der Umkleide. Ziemlich frech fanden wir allerdings, dass man für den Spind extra bezahlen musste. Als hätte man eine andere Wahl. Aber gut, den Euro würden wir auch noch verkraften.

In der Badewelt angekommen mussten wir erstmal staunen. Es gab unzählige verschiedene Themenbereiche und Attraktionen, sodass wir zunächst einen kompletten Rundgang machten. Und das Beste daran war, dass nicht nur Kinder dort auf ihre Kosten kommen, sondern auch Erwachsene oder eher vor allem die Erwachsenen.

Es gab Rutschen, die sich wie Achterbahnen anfühlten, Themenfahrten mit Reifen, freie Fallrutschen, Rutschen mit zig Umdrehungen, Highspeedrutschen, Whirlpools, Wasserbars und unglaublich viele Ruhezonen in unterschiedlich gestalteten Themenwelten. Eigentlich alles, was man sich vorstellen kann. 💭

Die Krönung war für uns allerdings der Saunabereich. Den hatten wir zusätzlich gebucht, weil der Aufpreis quasi geschenkt war. Es gab zwar nur drei Saunen und ansonsten hauptsächlich Liegen, aber das Erlebnis dort glaubt uns wahrscheinlich niemand.

Ein Bieraufguss bei 80 Grad. Klingt erstmal nicht sonderlich spektakulär. Das Lustige daran war allerdings, dass wir wie im Wirtshaus an Tischen saßen, nur eben nackt. Anfangs definitiv etwas gewöhnungsbedürftig. Doch das eiskalte alkoholfreie Weißbier, welches man während des Aufgusses erhalten hat, machte das Ganze perfekt. 🍺

Der Saunameister erklärte während des Aufgusses sogar, dass der Ofen ausschließlich Bier mit Alkohol bekommt, weil er alkoholfreies Bier nicht verträgt. Dazu wurde abwechselnd in Gruppen ein französisches Lied gesungen. Zwischen Bierdunst, Hitze und schwitzenden Menschen fühlte sich das Ganze tatsächlich mehr wie ein Wirtshausabend als wie eine Sauna an. Nach etwa 15 Minuten war das Spektakel vorbei und wir wurden wieder in die Freiheit entlassen. Nach einer kurzen Pause an der frischen Luft legten wir uns noch etwas auf die Liegen und entspannten. 😎

Als der Hunger immer größer wurde, gingen wir ins Restaurant und bestellten Pizza und Nudeln. Für Schwimmbadessen war das wirklich überraschend gut. Gestärkt verbrachten wir den Nachmittag damit, alles auszuprobieren, was wir bisher noch nicht geschafft hatten.  🍕

Das Highlight war eindeutig die 180 Grad Rutsche mit freiem Fall. Man stellt sich auf eine Klappe, verschränkt die Arme vor der Brust und noch bevor man überhaupt realisiert hat, was gleich passiert, öffnet sich der Boden unter den Füßen und man fällt senkrecht nach unten. Komplett verrückt, aber einfach geil.

Den Badetag ließen wir entspannt ausklingen, probierten hier und da noch ein paar Attraktionen aus und beendeten den Tag schließlich mit einem Peeling im Dampfbad. 🚿

Zurück im Hotel duschten wir kurz und machten uns anschließend direkt wieder auf den Weg zum Abendessen. Diesmal sollte es etwas schneller und überschaubarer werden, weil wir nicht viel Zeit bis zum Abendprogramm hatten. Es ging ins The Chicken. Und wie der Name schon verrät, gab es dort Chicken in sämtlichen Varianten. Wir mussten relativ lange auf das Essen warten, weil das Restaurant komplett voll war. Kurz vor knapp kamen dann endlich unsere Teller mit einer riesigen Portion Chicken Wings, für Amelie sogar im Asia Style, dazu Pommes mit Käsesoße. Wir verdrückten das Essen ziemlich schnell, weil wir pünktlich zur Show erscheinen wollten. Kaum waren die Teller leer, bezahlten wir sofort und marschierten direkt weiter Richtung Europa-Park Arena. 🍗

Diesmal ging es nämlich nicht in den Freizeitpark selbst, sondern in die Arena. Dort wartete schließlich Olaf Schubert auf uns mit seiner neuen Show “Jetzt oder now!“. Natürlich kamen wir mal wieder auf den letzten Drücker an, konnten uns gerade noch etwas zu trinken holen und schnell auf die Toilette gehen, bevor die Show auch schon begann. 🎤

Obwohl wir vorher schon einige Ausschnitte auf Instagram und andere Videos von Olaf Schubert gesehen hatten, wussten wir trotzdem nicht genau, was uns erwarten würde. Doch sobald er mit seinem legendären Pullunder die Bühne betrat, fühlte es sich sofort so an, als würde man ihn schon ewig kennen. Zusammen mit seinen Freunden brachte er von der ersten Minute an den Saal zum Lachen. Das Grundthema der Show war im Endeffekt die Rettung der Welt, natürlich auf Olaf Schubert Art. Mit trockenem Humor, absurden Gedankengängen und herrlich sinnlosen Lösungsvorschlägen versuchten die drei, die Probleme der Menschheit zu lösen. Dabei ging es unter anderem um künstliche Intelligenz, moderne Gesellschaft, Männerprobleme, Familie und die typischen Alltagskatastrophen, die vermutlich jeder kennt. 😂

Besonders lustig war, wie Olaf mit völliger Selbstverständlichkeit die absurdesten Aussagen traf und dabei so ernst blieb, dass man nie wusste, ob man lachen oder kurz nachdenken sollte. Genau das macht seinen Humor aus. Sein sächsischer Dialekt, die langsame Art zu sprechen und diese scheinbar wissenschaftlichen Erklärungen für völligen Unsinn machten die Show einfach einzigartig. Zwischendurch wurden auch immer wieder spontane Witze eingebaut und mit dem Publikum interagiert. Gerade diese Mischung aus vorbereitetem Programm und improvisierten Kommentaren machte den Abend so unterhaltsam. Wir hatten so einige Comedy Shows mittlerweile gesehen aber hier mussten wir wirklich Tränen lachen. 🤣

Die rund eineinhalb Stunden gingen deshalb unglaublich schnell vorbei. Gegen 22:30 Uhr war die Show leider schon zu Ende und wir machten uns wieder auf den Rückweg zum Hotel. Nach nur zehn Minuten Fußweg waren wir dort angekommen und konnten endlich ins Bett fallen. Der lange Badetag, das viele Essen und das ständige Lachen hatten uns komplett ausgepowert. 😴

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