Atomium

31. Dezember 2025
Tipp: Bildslider am besten immer ganz ansehen!

Heute gab es ein leckeres Frühstück auf dem Zimmer. Wir haben noch den Rest der Brotzeit gegessen und uns die Aussicht über das schöne, grüne Land von Cadzand schmecken lassen. Anschließend haben wir unsere sieben Sachen gepackt und uns gegen 11 Uhr auf den Weg nach Gent gemacht. Die Stadt hatten wir ja gestern spontan gegen Brügge getauscht, daher stand sie heute noch auf unserer To-do-Liste. Wir suchten uns ein zentrales Parkhaus, damit wir von dort aus alles gut erreichen konnten. Leider war es so zentral, dass Jonas es geschafft hat, die Heckscheibe an einer Kante anzukratzen, weil wir ein paar Schilder ignoriert haben. 

In der Innenstadt angekommen, wurden wir wie immer von Kirchen erschlagen. Es waren gleich drei riesige Kirchen, die fast nebeneinander standen. Das liegt natürlich an der Geschichte Gents, wo früher viel Adel gewohnt hat und demnach viel an die Kirche gespendet wurde. Neben den Kirchen gab es auch einige Burgen und mittendrin auf dem Platz natürlich noch einen Christkindlmarkt. Hier gab es vielerlei zu essen und zu trinken. Wir entschieden uns zunächst für heißes Chocomel, das zwar aus den Niederlanden stammt, aber in Belgien produziert wird. Eines mit Haselnuss und das andere mit Zimt. Mit dieser kleinen Stärkung konnten wir uns auf den Weg zum Essen machen. Jonas entschied sich für einen belgischen Brydel-Burger. Das war angebratener Schinken mit Salat und Sauce – im Endeffekt ähnlich wie ein Döner, nur mit anderem Fleisch und Sauce. 🍔

Nach dieser leckeren Stärkung setzten wir unsere Sightseeing-Tour durch die Innenstadt fort. Jonas entdeckte wieder einen Plattenladen. Da hatte er vorhin schon jemanden mit einer Einkaufstüte gesehen. Wir stöberten ein wenig, aber es gab nur neue Platten, die preislich natürlich in einer ganz anderen Liga liegen als ältere Platten. Amelie nutzte die Gelegenheit, um hier noch auf die Toilette zu gehen, und danach machten wir uns wieder auf den Weg durch die Stadt. Es gab noch mehr Kirchen und Burgen und hier und da einen Park – das fasst Gent schon ganz gut zusammen. Vielleicht hatten wir in den letzten Tagen schon zu viel Ähnliches gesehen und waren immer noch von Antwerpen sowie der Küste um Knokke-Heist angetan, sodass uns Gent fast langweilig erschien. 🏰

Auf dem Rückweg zum Auto wollte Amelie noch einen Burger essen, aber leider waren sie ausverkauft. Es gab jedoch noch Kartoffeln mit Speck, für die sie sich dann entschied. Mit etwas belgischer Sauce darauf war die kleine Mahlzeit fertig. Wir haben dann nicht mehr viel Zeit verloren, sind ins Parkhaus gefahren und haben die einstündige Fahrt nach Brüssel auf uns genommen. 🚗

Als wir im Hotel ankamen, mussten wir erst einmal eine halbe Ewigkeit am Check-in warten. Vor uns waren noch ein paar andere Gäste, aber der Check-in dieser Personen dauerte einfach unfassbar lange. So überschritten wir das „Parklimit“ der Parkplätze vor dem Hotel um ein Vielfaches, was uns in dem Fall aber auch egal war. Wir parkten unser Auto in der angebauten Tiefgarage und bezogen von dort aus unser Zimmer. Wir haben alles ausgepackt und uns kurz entspannt. Dabei haben wir festgestellt, wie weit weg wir von der Innenstadt waren. Unser Plan für heute war, in der Stadt schön essen zu gehen und Silvester am Atomium zu feiern. In die Stadt brauchten wir knapp 40 Minuten und von dort aus zum Atomium ebenfalls nochmal 40 Minuten. Mit dem Auto zu fahren, war keine Option, da wir heute auch feiern wollten. 🚉

Noch im Zimmer haben wir versucht, ein Restaurant zu finden, in dem wir heute Abend essen können. Das war leider gar nicht so einfach, denn die meisten waren logischerweise für heute schon ausgebucht. Wir suchten und suchten und entschieden uns schließlich für einen Italiener in der Innenstadt, denn dort konnte man einfach direkt über die Webseite einen Tisch reservieren. Unser Plan stand also und wir hatten nicht mehr viel Zeit, bis wir los mussten. Wir nahmen noch schnell alles an Spaßgetränken für unterwegs mit und los ging’s. Wir hatten nicht mehr viel Zeit, bis unser Zug kam, und wir waren schon etwas spät dran. Deshalb mussten wir ein Stück zum Bahnhof joggen, um den Zug nicht zu verpassen. Es war also auch keine Zeit mehr für den Ticketkauf. Amelie hatte gelesen, dass die Tickets in der Silvesternacht umsonst waren. Das war allerdings erst ab 00:00 Uhr der Fall. Wir versuchten deshalb, die Tickets noch in der App zu kaufen. Das klappte jedoch überhaupt nicht und wir probierten verschiedene Apps aus, aber nichts funktionierte. Wir haben so lange probiert, bis wir an unserer Haltestelle Brüssel-Zentral waren, dann war es uns auch egal. 🚉

Vom Hauptbahnhof aus hatten wir nur noch wenige Minuten bis zu unserem Restaurant. Als wir es sahen, wussten wir auch, warum hier noch so viele Plätze frei waren. Es war auf jeden Fall kein typisches Restaurant, sondern eher ein Imbiss mit Sitzmöglichkeiten. Für Silvester hatten sie es zwar herausgeputzt, aber das helle, leuchtende Lieferando- und Uber-Eats-Schild war sehr eindeutig. Der Platz war auch recht klein und um auf die Bank hinter dem Tisch zu gelangen, mussten wir die Tische verschieben. Alkohol gab es leider auch keinen auf der Karte, also keinen Wein und kein Bier. Demnach fiel unsere Wahl wie so oft auf Cola und Fanta. Als Essen bestellten wir einmal Bruschetta als Vorspeise und eine Salami- bzw. Pollopizza als Hauptgang. Das Bruschetta bestand eigentlich nur aus Pizzateig, der leider nicht vollständig fertig gebacken wurde – also nicht zu empfehlen. Die Pizza selbst war dann aber wirklich gut! 🍕

Der Laden füllte sich immer mehr, bis wirklich jeder Platz belegt war und sie bereits Gäste wegschicken mussten. Draußen hatten sich nur ein paar Harte gesetzt, weshalb wir eigentlich ganz froh waren, dass es hier ziemlich flott ging und wir gleich wieder nach draußen konnten. Auf dem Weg zurück zum Bahnhof bzw. zu unserer Haltestelle haben wir erst einmal unsere erste Weghalbe aufgemacht. Die waren beide nicht so der Hit, aber hilft ja nix. Meins hat sehr stark nach Hopfen geschmeckt, das von Amelie war Säure in einer Flasche. Eigentlich sollte es Johannisbeer-Bier sein, aber das konnte man so nicht nennen. Wir haben uns deshalb in einem Shop noch zwei Delirium Elefanten in Rot mitgenommen, auf die wir uns schon richtig freuten! Bevor wir jedoch zum Atomium gingen, wollten wir noch den Kirchturm anschauen. Dieser wurde blau beleuchtet und wir hatten noch viel Zeit. Dort angekommen, wurden wirklich ausführliche Taschenkontrollen durchgeführt. Nach einer kurzen Nachfrage war klar: Mit Glas kommen wir hier nicht rein. Da wir die Flaschen als Andenken behalten wollten, war Wegwerfen keine Option also sind wir wieder gegangen. Wir sind dann gleich zur Metro gelaufen. Ein Ticket haben wir uns dieses Mal aber gegönnt! 🚃

Insgesamt waren wir noch einmal knapp 40 Minuten unterwegs. Davon verbrachten wir 30 Minuten in der Metro selbst und die letzten 10 Minuten legten wir zu Fuß zurück. Je näher wir kamen, desto voller wurden die öffentlichen Verkehrsmittel. Es war jetzt schon alles überfüllt und es fand quasi eine Massenwanderung zum Atomium statt. Wir mussten zumindest nicht überlegen, wohin wir gingen, sondern konnten einfach der Masse folgen. Als wir an den Einlasskontrollen ankamen, war wieder klar: Kein Glas! Aber wir wollten unsere Flaschen trotzdem behalten. Also versteckten wir die Tasche hinter dem Bauzaun und hofften, dass sie später noch da sein würde. Während wir überlegten, was wir tun sollten, sahen wir, dass direkt nebenan ein Festival stattfand. Es hieß „FCKNYE” und als wir online nach dem Line-up schauten, hat es uns fast umgehauen. Eigentlich waren alle großen Acts der Techno- und Hardstyle-Szene vertreten. Wir waren nebenan bei DJ Radiomusik … Naja, konnten wir nicht ändern. Es gab keine Tickets mehr, also sind wir rein und ab zum Atomium. ⚛️

Wir versorgten uns an der Bar sogleich mit Bier und Gin Tonic und bahnten uns dann langsam einen Weg etwas weiter nach vorne in die Menge. Die Musik war wirklich nicht besonders gut. Hin und wieder kam mal ein gutes Lied, das aber meistens relativ schnell wieder zerstört wurde. Also holten wir uns noch einmal Getränke. Amelie war am Ende über 30 Minuten weg. Inzwischen war es kurz vor 12 Uhr und wir hatten nicht mehr viel Zeit vor dem Feuerwerk. Wir kämpften uns also fast in die erste Reihe vor und feierten die letzten Minuten des Jahres 2025 dort. Zum Abschluss kam „Opus”, einer der besten Tracks überhaupt! Pünktlich um 0 Uhr begannen das Feuerwerk und die Lichtshow am Atomium. Das Spektakel dauerte 15 Minuten und die Kombination aus Musik, Licht und Feuerwerk war wirklich extrem schön.

So konnte man perfekt ins Jahr 2026 starten! 🎆🎇🥳

Kaum war das Feuerwerk zu Ende, setzte sich die Massenbewegung schon wieder in Gang. Da die öffentlichen Verkehrsmittel ab 0 Uhr kostenlos waren, wollten natürlich alle wieder in die Metro. Wir bewegten uns im Schneckentempo 30 Minuten lang Richtung Station, aber irgendwann kam der Stau. Es ging nichts mehr vorwärts und ein paar Reihen hinter uns brach eine Schlägerei aus. Darauf hatten wir jetzt keine Lust und wir setzten darauf, dass wir ein Uber bekamen oder notfalls die knapp zwei Stunden laufen mussten. Die Option, über eine Stunde regulär mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu brauchen und dann auch noch das Glück zu haben, überhaupt erst einmal in die Metro zu kommen, war irgendwie auch nicht so blendend. Wir gingen aus der Masse heraus und Amelie entdeckte E-Bikes am Straßenrand. Dafür mussten wir nur kurz die Registrierung bei Dott durchführen, dann konnte die Fahrt losgehen. Nun ja, ganz so einfach war es leider nicht. Die Registrierung hat zwar geklappt, aber dann kam jemand anderes und hat sich eins der Räder geschnappt. Das andere war reserviert und durfte nicht genommen werden. So hatten wir am Ende nur ein Rad, mit dem wir theoretisch 45 Minuten nach Hause brauchten. 🚲

Für Amelie war die Fahrt hinten auf dem Schutzblech nicht sehr angenehm. Gleichzeitig war es auf den Straßen natürlich extrem voll. Wir waren auch nicht mehr nüchtern, und all das in Kombination zusammen waren natürlich erschwerende Umstände. Zunächst sind wir dem Navi von Google Maps als ein Auto hinterhergefahren, doch bevor wir auf die Schnellstraße kamen haben wir gemerkt, dass das nicht stimmen kann und sind nochmal abgebogen. Dort waren wir außerhalb des Bereichs des App und auf einmal gab es keine E-Unterstützung mehr. Damit war das Rad praktisch unfahrbar und wir mussten einen anderen Weg nach Hause finden. Wir schauten uns um und überlegten, aber irgendwie gab es einfach keine richtige Option. Wir sind mit dem Rad wieder in den fahrbaren Bereich zurückgekehrt, haben uns zusammengerissen und sind weitergefahren. Nach ein paar Minuten kamen wir erneut an einem Fahrradparkplatz vorbei und hatten tatsächlich das Glück, ein zweites Fahrrad zu ergattern! So konnte Amelie mit ihrem eigenen Rad weiterfahren. In der Zwischenzeit suchten wir den nächstgelegenen Parkplatz bei unserem Hotel (was dann aber noch einen Fußmarsch bedeutete) und starteten die Navigation. Die Reichweite von Amelies Fahrrad war sehr eingeschränkt und der Akku war bereits nach wenigen Kilometern leer. Glücklicherweise war kurz vor Ende noch ein Parkplatz mit Rädern, sodass sie es gegen ein anderes mit ausreichender Reichweite tauschen konnte. Nach insgesamt 65 Minuten auf dem bzw. den Rädern kamen wir schließlich auch irgendwann an unserem Ziel an. Jetzt stand noch der Fußmarsch vor uns. Als wir aufs Navi schauten, staunten wir nicht schlecht. Noch mal 30 Minuten zu Fuß … 🚲🚶

Am Ende bleibt die Frage offen, ob wir mit den Öffis schneller gewesen wären. Aber so haben wir wenigstens ein kleines Abenteuer erlebt und sogar noch Sport getrieben, bis wir im Hotel ankamen. Es war mittlerweile 2:30 Uhr, aber wir hatten Spaß und waren froh, endlich angekommen zu sein! An der Rezeption haben wir noch ein Frühstück für morgen nachgebucht, sodass wir unser Hotelzimmer idealerweise gar nicht verlassen mussten. Dann waren wir bereit für das Bett im Jahr 2026. 🛏️

0 Kommentare

Einen Kommentar abschicken

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert