Um 8:30 Uhr klingelte wieder zuverlässig unser Wecker. Das ist im Vergleich zum Alltag zwar deutlich später, aber da die Sonne erst kurz nach 8 Uhr aufgeht, konnten wir ohnehin nicht viel früher etwas unternehmen. Wir haben in unserem Zimmer noch einen Kapselkaffee getrunken und die Reste vom Vortag gegessen. Nachdem wir uns fertig gemacht hatten, gingen wir ein paar Häuser weiter in den Delhaize. Dort haben wir unser richtiges Frühstück gekauft, das wir in der schönen alten Bahnhofshalle am Antwerpen-Central essen wollten. Nach dem 20-minütigen Fußweg sind wir schließlich dort angekommen. Der Bahnhof wurde aus jedem Winkel abgelichtet und erst, als das erledigt war, gab es endlich unser Frühstück. 🧇🚉
Frisch gestärkt starteten wir unsere Wanderung durch Antwerpen. Jonas musste heute nichts tun außer Amelie hinterherrennen – Rennen war hier das Stichwort, Rücksicht wurde nicht genommen – und wir schauten uns eine Sehenswürdigkeit nach der anderen an. Als Erstes stand China Town auf dem Plan, das sich nämlich direkt am Bahnhof befand. Doch bevor wir dort ankamen, machten wir einen kurzen Abstecher in Richtung Zoo. Wir hatten gehofft, dass man vielleicht etwas von außen sehen könnte, aber dem war leider nicht so. Deswegen ging es gleich weiter nach China Town. Um diese Uhrzeit schien wohl alles noch zu schlafen und es war praktisch nichts los hier. Es war fast niemand auf den Straßen unterwegs. Wir haben nur einen kurzen Abstecher in einen Asia-Supermarkt gemacht, dort etwas gestöbert und mit unseren Preisen verglichen. Dann sind wir auch schon wieder rausgegangen. 🏯
Wir schlenderten (oder besser: rannten) weiter durch die Straßen und schauten uns unter anderem urbane Kunst wie Graffiti sowie das Rathaus und den Grote Markt an. Die Stadt erinnerte oft an ein altes London und hatte teilweise eine sehr ähnliche Architektur. Es gab viele verschiedene Kirchen in allen Größen sowie ein sehr markantes großes Bankgebäude, das aus der Skyline herausstach. Die anderen Gebäude waren eine Mischung aus Alt und Neu. 🏭🏛️
Natürlich landeten wir auch am Hafen und wollten über eine Brücke ans andere Ufer laufen. Es stellte sich jedoch schnell heraus, dass es keine Brücke war, sondern nur von unten so aussah. Von dort aus hatten wir aber einen schönen Ausblick auf die Burg Steen, die direkt am Wasser liegt. Die Schelde fließt nämlich dort entlang. Von dort aus hatten wir unser nächstes Ziel, um auf die andere Seite zu gelangen, bereits im Blick. Es gab einen sehr alten Tunnel, den man über Rolltreppen erreichen konnte. Wir suchten den Eingang und waren geschockt, als wir sahen, dass er gerade renoviert wurde. Aber: Wir konnten trotzdem hinein! Wir fuhren mit der doppelten Rolltreppe nach unten. Diese war definitiv aus dem letzten Jahrhundert und wunderschön! Der Tunnel selbst war knapp 600 Meter lang und langweiliger hätte er nicht sein können. Es war einfach ein gerader, langer Tunnel (Sint-Annatunnel) mit vielen Fußgängern und Radfahrern, die auf die andere Seite mussten. 🏞️
Drüben angekommen, gingen wir die gleichen Rolltreppen wieder nach oben. Endlich waren wir wieder an der Oberfläche und nicht unter dem Fluss. Das war schon ein beängstigendes Gefühl. Wir setzten uns am Ufer auf eine Bank und genossen die Ruhe, denn hier drüben waren nicht so viele Touristen. Außerdem hatten wir einen tollen Ausblick auf die „Skyline“ von Antwerpen. Hier haben wir auch den Rest unserer Snacks und Getränke aufgebraucht. Als wir bereit für unsere nächste Attraktion waren, gingen wir wieder über die Rolltreppen und den Tunnel. 🌉
Wir wollten nun zu den Ruinen, den Überbleibseln der ehemaligen Kanäle der Stadt. Diese wurden nach und nach überbaut, zugeschüttet oder geschlossen, als sich die Stadt vergrößerte. Doch die unterirdische Welt der Kanäle, die früher für Warentransporte und Abwasser genutzt wurde, gibt es heute noch. Als wir dort ankamen, mussten wir leider feststellen, dass die Tickets ausverkauft waren. Auch online gab es keine Tickets mehr, und das für die nächsten drei Tage. Es gab aber auch nur drei Zeitfenster pro Tag mit jeweils 16 Personen, also 45 Besucher pro Tag. Für Antwerpen ist das ziemlich wenig, aber ändern konnten wir es eh nicht. 🕳️
Da dieser Stopp für uns keine Option war, haben wir uns für das nächste Ziel entschieden. Wir wollten noch am richtigen Hafen – und nicht nur am Kanal – vorbeischauen. Von dort aus waren es noch einmal knapp 20 Minuten zu Fuß, bis wir ankamen. Auf dem Weg dorthin haben wir noch das MAS-Museum mitgenommen. Es ist ein futuristisches Gebäude, das an die Altbauten von Antwerpen angereiht ist. Es gibt zehn Stockwerke voller verschiedener Kunstausstellungen und dient allgemein als Aufenthaltsort für alle, die möchten. Der Eintritt ist grundsätzlich kostenlos und man kommt in alle Stockwerke, inklusive des Panorama-Dachs. Möchte man jedoch die Ausstellungen sehen, kostet das 10 € Eintritt. Da wir die meisten unserer Stops bereits abgegrast hatten, entschieden wir uns auch für die Ausstellungen. 🎨
Zunächst sind wir aber aufs Dach gegangen und haben uns den Ausblick über Antwerpen angeschaut. Wir konnten in alle Richtungen blicken und den Sonnenuntergang über der Stadt genießen. Ein paar Fotos später haben wir uns dann Stockwerk für Stockwerk weiter nach unten gearbeitet und die verschiedenen Ausstellungen angeschaut. Die waren allesamt wirklich nicht unser Ding. Es waren die verschiedensten Gegenstände ausgestellt, jedes Stockwerk hatte ein anderes Motto, aber nichts war für uns dabei. Am spannendsten und spaßigsten war die Möglichkeit, in einem Stockwerk selbst mit Knetmasse ein paar Figuren zu basteln. Das haben wir uns nicht nehmen lassen, wir haben uns zu den anderen an den kleinen Tisch gesetzt und unserer Kreativität freien Lauf gelassen. 🧶🪆
Wir haben hier so viel Zeit verbracht, dass wir die letzten drei Stockwerke leider nicht mehr sehen konnten, da es schon kurz vor 17:00 Uhr und damit der Schließzeit war. Hier hätte es noch ein Motto mit verschiedenen Tanzstilen gegeben, das eigentlich am ehesten unseren Interessen entsprochen hätte. Aber auch das konnten wir nicht mehr ändern. Langsam grummelten unsere Bäuche. Deshalb packten wir alle unsere Sachen, inklusive der Nr. 283, und machten uns wieder auf den Weg in die Innenstadt. Unser Ziel war das Frites Atelier, eine Pommesbude mit Extras sozusagen. Nach 20 Minuten waren wir auch dort und bestellten, was uns empfohlen wurde. Es gab Pommes mit Bratensauce und Bratenfleisch darauf. Dazu gab es Trüffelmajo und noch Käsecroquetas. Das war alles super lecker, aber auch kostspielig! 🍟
Da wir immer noch ziemlich hungrig waren, wollten wir uns einen Döner teilen. Als Nachspeise waren Waffeln geplant. Da der Laden aber nicht mehr lange geöffnet hatte, holten wir uns zuerst die Waffeln. Leider konnte uns die Speisekarte im „House of Waffles” nicht vollständig überzeugen, alles sah etwas langweilig aus. Deshalb haben wir eine eigene Kreation mit frischen Erdbeeren und Karamellsauce bestellt. Die Waffel kam auch super schnell, aber von den Socken hat sie uns nicht gehauen – das würden wir eher als Standard-Waffel mit Sauce einstufen. 🧇
Was jetzt natürlich nicht fehlen durfte, war ein Döner für uns beide. Wir sind in den Laden mit den guten Bewertungen gegangen und haben einen Döner bestellt. Leider gab es dort kein Fladenbrot mehr, weshalb es ein Dürüm wurde. Geschmacklich war er top, aber Jonas wollte noch etwas mehr. Deshalb sind wir drei Häuser weiter in den nächsten Dönerladen gegangen und haben einen normalen Döner Kebab bestellt. Hier wurde jedoch Kebab, also Lammfleisch, verwendet. Es war also keine Pute, sondern Lamm, was geschmacklich nicht so ganz unser Fall war. Dazu haben wir uns noch eine eiskalte Fanta gegönnt. Mehr als gesättigt waren wir jetzt wirklich fertig für heute! 🥙
Was jetzt noch vor uns lag, war der Weg ins Hotel. Es ging wieder 40 Minuten zurück. Da wir inzwischen beide sehr satt waren, wollten wir uns ein Uber holen. Das kostete nämlich vorhin nur knapp 10 €, als wir jetzt schauten, waren es aber 35 € … Und da wir ja zwei schäbische Sparfüche sind haben wir uns dann natürlich doch fürs Laufen entschieden. Wir wollten noch im Supermarkt ein paar Getränke und etwas zum Frühstück mitnehmen. Deswegen liefen wir wieder zum altbekannten Bahnhof und kurz davor in den Supermarkt. Danach ging es nochmal kurz nach China Town in der Hoffnung auf etwas mehr Leben und leuchtende Reklamen, aber beides gab es hier nicht. Also haben wir noch einmal nach einem Uber geschaut, die saftigen Preise ignoriert und die restlichen 20 Minuten zu Fuß ins Hotel gelaufen. So wurde zumindest ein Teil des Döners wieder verdaut. 🛒
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